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Es waren heiße Jahre für Amateurmusiker, die 1960er und 1970er - überall schossen Bands aus dem Boden, das Beatles- und Stonesgefühl machte sich in jedem der Musiker breit und das Paralleluniversum zur meist spießigen Welt der Erwachsenen war gefunden.

Als ich 2005 und 2007 zusammen mit dem Team vom Studio Franken des Bayrischen Rundfunks in Nürnberg zwei Features produzieren konnte, die sich mit der
Geschichte der Amateurtanzmusik in Franken und mit dem Einfluß der amerikanischen Besatzer auf unsere fränkische Musikszene beschäftigten, wurde mir im Zuge meiner Recherchen und Interviews bewußt, was für ein reicher Erfahrungsschatz sich in uns Musikern über die Jahre ansammelte und wie sich das soziale Leben im Umfeld der Tanzlokale spiegelte.

Leider gibt es 2019 diese klassische Musik- und Tanzlokalszene in Nürnberg nicht mehr. Es war mir daher ein Anliegen, dieser Zeit zwischen ca. 1960 und ca. 2000 ein präzises, aber zugleich amüsantes Denkmal zu setzen.

Fotolia_210973107_XSchicksMusiker umgibt seit je ein besonderes Flair - Dichtung und Wahrheit klaffen da nicht selten weit auseinander. So war es mir auch ein Anliegen zu zeigen, daß auch für uns gilt: Menschliches, Allzumenschliches…

Die Welt der Amateurmusik ist zudem eine völlig andere als die Welt derer, in deren täglichem Lebens- und Erwerbszentrum Musik steht - dieser Film spielt im ersten Bereich, dem der Amateure.

Er soll unterhalten, amüsieren, von Oldie zu Oldie mit den eigenen Erinnerungen an die damalige Zeit verknüpfen;

Das Generalthema «Freundschaft», einander in Krisensituationen beistehen, wird durch die Loyalität vollkommen unterschiedlicher Charaktere in einer Band verdeutlicht - und dies ist keine theoretische Diskussion, sondern ein Ansporn für junge Menschen, Musik als Toleranzschmiede verstehen zu lernen (so wie den Sport).

Daß viel Autobiographisches und selbst so Erlebtes einfloß, steigert nur die Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit: Reale Nürnberger Schauplätze, veränderte, aber wiedererkennbare Namen von Lokalen etc.

Last but not least wollte ich auch der Tatsache Rechnung tragen, daß das, was aus den sog. Neuen Bundesländern an Impulsen für die moderne U-Musik kam und kommt, fairerweise in die Betrachtung des Themas einbezogen werden muß - deshalb im Film die verschiedenen Bezüge  zum Osten.

Viel Vergnügen beim Lesen und vielleicht sogar Mitsummen, wenn da ein Titel gespielt werden soll, an den Sie sich gut erinnern!

Ach ja, zu Malcom, dem „Braunen“ in der Band: mein Vater war auch … „Neger bei den Amis“...

Hugh Lorenz, Sommer 2019

  

Aber dich / gibt´s nur einmal für mich - Sternstunden der Amateurtanzmusik

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Singen für die Amis - Völkerverständigung zwischen Schlagzeug und Hotdog

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